Ick wundre mir über jarnischt mehr

Otto Reutter (1870 - 1931) Humorist

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Volkslieder

Original-Coupé von Otto Reutter

Teich/Danner Nr.37

Mein Freund, der Schneidermeister Krause,
ein Männchen zimperlich und klein –
führt vom Altar ein Weib nachhause,
so lang – sie konnt nicht länger sein.
Ich sprach: „Ich kann dich nicht verstehen!“
Doch Krause meinte mit bedacht:
Als ich zu ihr hinauf gesehen,
da hab ich ein das Lied gedacht:
O lieb solange du lieben kannst,
O lieb solang du lieben magst!

's hat ein Soldat sein Herz verloren
an eine Amme – welch Malheur! –
Sie aber sagt: ich hab's geschworen!
Mein Herr – ich liebe niemals mehr!
Sie drückt ein Knäblein an ihr Herze,
schaut den Soldaten gar nicht an –
und der Soldat im tiefsten Schmerze
schaut auf das Kind und singt sodann:
O selig, O selig, ein Kind noch zu sein!

Im Orient sind jetzt zu Ende –
Gottlob! Die ganzen Zenkerein –
der Sultan reibt vergnügt die Hände,
kehrt wieder in den Harem ein
dort drückt er voller Liebesbeben
die Favoritin an sein Herz –
und sein Eunuche steht daneben
und singt im tiefsten Liebesschmerz:
"Ach könnt ich noch einmal so lieben,
wie damals in Monate Mai.
Die Sehnsucht allein ist geblieben –
die herrliche Zeit ist vorbei."

Ein junger Mann geht in die Kneipe,
bestellt ein Beefsteak voller Freud,
er trinkt viel Bier, er raucht Zigarren,
denn er war 16 Jahre heut!
Auf einmal greift er sich zum Magen –
ihm ist grad, als wollt es dort
dem Beefsteak nicht so recht behagen –
er wird ganz blass und singt sofort:
"Ach bleib bei mir, und geh nicht fort,
an meinem Herzen ist der schönste Ort."

Wenn sonst das Posthorn mal erklungen,
so war's ein altbekannter Ton –
der Postillon der hat gesungen
das alte Lied vom Postillion.
Jedoch der neue Chef der Posten
ist ein Husaren-General.
Jetzt wird die Post ganz militärisch –
der Postillon bläst das Signal:
"Was blasen die Trompeten, Husaren heraus
es reitet der Herr General im fliegenden Saus.
Die munteren Postillon die reiten hinterher
Briefträger zu Fuße, die gibt es jetzt nicht mehr –
sie reiten selbst vier Treppen hoch, bis das der Dienst zu End –
drum lebe hoch das schneidige Husaren-Regiment!

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