Ick wundre mir über jarnischt mehr

Otto Reutter (1870 - 1931) Humorist

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Ferdinand und Boris

Ferdinand und Boris.

Historische Ballade von OTTO REUTER.

Teich/Danner Nr.20

Auftrittstlied.

Es thronet in Bulgarien
Ein Fürst, der sehr bekannt.
Bekannt seit langen Jahrien
Als schöner Ferdinand.
Der wohnt mit seinem Söhnchen In jenem fernen Land.
Und sass auf einem Thrönchen,
Das nicht recht feste stand!

(Gesprochen mit Pathos)

Jawohl der Ferdinand mit seinem Sohne
Der sass auf einem wackeligen Throne
Nicht anerkannt, der ganten Welt zum Hohne,
Und dieses stieg ihm schliesslich in die Krone.

(Gesang)

Denn er spielt ja mit Scepter und Krone so gern,
Hätt' gern sich gesehen als fürstlichen Herrn.
Der Boris, der weiss nichts von all’ dieser Pein,
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein.

(Gesprochen)

Der Ferdinand mit Hangen und mit Bangen
Ist dann nach Rom zum Papste hingegangen
Um dort von ihm Vergebung zu erlangen,
Doch dorten wurde er sehr schlecht empfangen.
Man wollte von der Taufe dort nichts wissen
Im Gegentheil, er wurde 'raus geschmissen.
Der Ferdinand der sprach dann voller Tücke:
Ich fahr' sofort nach Sofia zurücke.
Er ging zur Bahn, stieg in die erste Klasse —
Dort sang er dann in fürchterlichstem Hasse:
Ach mein lieber Schaffner, es ist doch gar nicht schön,
Ich bin in Rom gewesen, hab’ den Papst nicht 'mal geseh'n.
Ach fahren Sie mich schnell nach Bulgarien zurück,
Denn in Rom, da hab' ich leider doch kein Glück.

(Gesprochen)

Doch Ferdinand liess sich das nicht verdriessen.
Er sprach zum Boris: Niklaus lässt Dich grüssen
Mit Russland muss ich schnell ein Bündniss schliessen,
Drum bitte, lass dich noch einmal begiessen!
Kaum hörte man von Ferdinands Entschlüsse,
Da rief auch schon voll Freude jeder Russe:

(Gesang)

Siehste wohl jetzt kimmt er,
Grosse Schritte nimmt er,
Denn er kann nur ganz allein
Durch unsem Glauben selig sein.
Bringst Du uns den Boris, Gehste nicht kaporis.
Nein, dann wirst Du anerkannt
Als Fürst im ganzen Land.
Der Ferdinand hat seinen Sohn genommen
Und ist damit zur Taufe hingekommen
Und als er mit dem Boris kam gegangen.
Hat man sofort zu singen angefangen:

(Gesang)

Na, nun woll'n wir noch einmal,
Woll'n wir noch einmal hopsasasa,
Lustig sein, fröhlich sein, tralalala.

(Melodie: Die Gigerkönigin)

Und der Ferdinand daneben Sprach mit freudigem Erbeben:
Schmier'n Sie ihm den Kopf hübsch ein, Nehm sie lieber noch 'ne halbe
Dose von der guten Salbe,
Dann wird's wohl genügend sein.
Lieber Boris, halte stille
's ist dem Nikolaus sein Wille,
Darum rühr' Dich nicht vom Fleck.
So, jetzt ist die That geschehen.
Und es kann ein Jeder sehen,
Boris hat sein Fett jetzt weg.
Sehn Sie, das ist ein Geschäft,
Das bringt noch was ein.
Der gute Onkel Nikolaus Soll jetzt sein Pathe sein

(Gesprochen)

Und ab der Ferdinand zu Hause war,
Da schickt er 'ne Depesche an den Zar.

(Gesang)

Ich bin der schöne Ferdinand,
Jumheidi, jumheida.
Ich reise jetzt durch Stadt und Land,
Jumheidi heida.
Der Boris ist ein Hauptgenie
Trallalalalalala
Er war das Tipférl auf dem i,
Trallalalalalala.
Mein Herze schwimmt in Seligkeit,
Jumheidi, jumheida,
s war aber auch die höchste Zeit;
Jumheidi heida.

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